Schule und Ausbildungswerkstätten in Vietnam
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Neue Chancen für behinderte junge Menschen
Behinderte haben in Vietnam ein schweres Los. Sie gelten als „unproduktiv“, werden verachtet und versteckt. Körperbehinderte, die in der Lage sind zu arbeiten, werden mit einem Hungerlohn abgespeist. Auf dem Land ist die Lage für Behinderte besonders verheerend. Gerade wenn die Familien arm sind und jedes Familienmitglied zum Einkommen beitragen muss, bleiben behinderte Kinder sich selbst überlassen. Sie erfahren keinerlei Förderung und sind vielfach aufgrund der Vernachlässigung in ihrer Entwicklung verzögert. Viele behinderte Jugendliche ziehen in die Stadt, in der Hoffnung, kleine Jobs zu finden und erleben dann, dass sie keine Chance haben. Sie leben in notdürftigen Behausungen und sind von Almosen abhängig. Finden sie doch einen Job, werden sie oft von gewissenlosen Geschäftsleuten ausgebeutet.
Gesicherte Zukunft durch Ausbildung und Beruf
Bischof Peter van De, Salesianer Don Boscos, ist Bischof in Thai Binh, einer bettelarmen Diözese in der Nähe von Hanoi. Er hat vor einigen Jahren ein Hilfsprojekt für behinderte Jugendliche ins Leben gerufen. In der Pfarrei Phuong Chinh am Rand der Hauptstadt hat der Bischof eine kleine Nähwerkstatt eingerichtet. Hier nähen unter Anleitung einer Schneiderin 20 junge Behinderte aus Stoffresten neue Kleidung, die weiterverkauft wird. Es sind Mädchen und Jungen, die zu Hause oft ein „vergessenes Leben“ geführt haben. Manche können weder lesen noch schreiben. Viele haben das Gefühl, ausgegrenzt zu sein und am Leben nicht teilzunehmen. Die Auszubildenden führen auch Auftragsarbeiten für andere Firmen aus und erwirtschaften so ein bescheidenes, eigenes Einkommen. Oftmals sind es bestimmte Teile einer Fertigung, die in der Werkstatt übernommen werden, so dass die Arbeit den individuellen Fähigkeiten angepasst werden kann.
Im Süden Vietnams, in der Region des Mekong Deltas führen die salesianischen Mitbrüder von Bischof van De zusammen mit einem Schwesternorden eine Schule für behinderte Kinder. Hier werden vor allem gehörlose und hörgeschädigte Kinder betreut, aber auch einige körperbehinderte Kinder.
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Lernen und Arbeiten für ein selbstbestimmtes Leben
Die Kinder werden hier besonders gefördert, damit sie trotz ihrer Behinderung eine Schul- und Berufsausbildung absolvieren können und dann einen Arbeitsplatz finden. In den ersten beiden Schuljahren, ab dem Alter von 3 oder 4 Jahren, erhalten die Kinder Hör- und Sprechtraining. Dann schließt sich die reguläre Grundschulausbildung an, die auf Grund der
Behinderung länger dauert als an Regelschulen. Die letzten vier Jahre dienen der Berufsvorbereitung. Die Jugendlichen werden ausgebildet in den Fachrichtungen Büroorganisation, Elektrik, Schneiderei und Sticken.
Die Hilfe zum eigenständigen Leben geht über die schulische und handwerkliche Ausbildung hinaus, sie wirkt langfristig und nachhaltig. Neben der qualifizierten fachlichen Ausbildung legen die Salesianer besonderen Wert auf die Persönlichkeitsentwicklung des einzelnen Kindes, damit es Mut und Selbstvertrauen entwickelt, um sein Leben selbst in die Hand nehmen zu können. Ein spezielles Lese- und Schreibtraining, verhilft ihnen zu mehr Unabhängigkeit und Selbständigkeit. Das Lernen und Arbeiten in der Gemeinschaft stärkt jeden Einzelnen und gibt ihm neues Selbstbewusstsein.
Mit Ihnen gemeinsam,
...für die Jugend dieser Welt!
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Der junge Giang aus den Bergen - ein Beispiel
Giang ist 7 Jahre alt und lebt mit seiner Familie in einem kleinen Dorf in den Bergen Vietnams. Gian ist körperlich behindert und kann nicht zur Schule gehen. In den Bergen und Wäldern Vietnams gibt es keine Schulen. Schulen gibt es nur in den Städten und sind für die Armen, die in den Dörfern leben, schwer zu erreichen.
Als Giang noch sehr klein war, zog er sich starke Verbrennungen zu. Seine Eltern brachten ihn nicht ins Krankenhaus, weil sie Angst vor den hohen Kosten und Diskriminierungen der Ärzte hatten. Wie so viele die zur untersten Bevölkerungsschicht gehören, werden Sie wegen ihrer Armut beschimpft und ausgelacht. Dabei wäre eine Behandlung für Giang noch kostenlos gewesen, da er unter 6 Jahre alt war. Seine Brandwunden haben sich so sehr entzündet, dass ihm die Infektionen irreparable Schädigungen an seinen Beinen zugefügt haben, seither ist er behindert.
Seine Eltern sind Analphabeten. Sie leben vom Jagen, Brennholzsammeln und Ausgraben von Bambussprossen. Sie arbeiten hart, um genug zum Überleben zu haben. Da ist das Geld für Schulmaterialien zu knapp.
Die schulische Ausbildung wird jedoch immer wichtiger. Früher lebte man in den Wäldern und konnte sich ausreichend dort versorgen. Doch heute sind die Wälder zurückgegangen wegen der vielen Forstwirtschaft, Kautschuk- und Kaffeeplantagen. Die Zukunft für Giang und seine Familie ist daher ungewiss.
Um Kinder wie Giang kümmern sich die Salesianer Don Boscos, damit sie trotz ihrer Behinderung eine Schul- und Berufsausbildung absolvieren können und unabhängig ihrer Herkunft ein normales Leben führen können.
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26 Euro pro Monat kostet ein Stipendium für einen Monat. Darin enthalten sind die Anschaffung neuer Hörgeräte und Lernmaterilaien und die Ausstattung der Klassenräume und Werkstätten.
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Die Salesianer Don Boscos in Vietnam
Die Salesianer Don Boscos kamen 1952 nach Vietnam und haben dort ein Waisenhaus in Hanoi gegründet. Nach der Teilung des Landes 1954 sind sie in den Süden geflohen und haben ihre Arbeit für Waisenkinder dort fortgesetzt. Außerdem dehnen sie ihre Aktivitäten aus und kümmern sich generell um sozial benachteiligte Kinder. Sie gründen kleine Ausbildungszentren und bieten Förderunterricht für Schulabbrecher.
Im Zuge der Wiedervereinigung und der Gründung der Sozialistischen Republik Vietnam 1975 mussten viele Ordensbrüder das Land verlassen. Erst nach und nach können die Werke wieder aufgebaut werden. Heute sind die Salesianer an mehr als 20 Standorten im ganzen Land vertreten, ihre Arbeit wird von den Regierungsstellen geduldet und ihre Kompetenz in Bezug auf qualifizierte Berufsausbildung hoch geschätzt.
Die Salesianer kümmern sich heute vor allem um die vielen Wanderarbeiter und ihre Kinder in der Großregion von Hoh Chi Minh City. Sie bemühen sich um bessere Wohnverhältnisse und sorgen für Ausbildung und Beschäftigung der Jugendlichen. In den besonders entlegenen, rückständigen Regionen des Landes setzen sich die Salesianer vor allem für die benachteiligten ethnischen Minderheiten ein, die oft kaum das Nötigste zum Leben haben und deren Kinder schon früh zum Unterhalt der Familien beitragen müssen. In einigen Zentren im Norden und im Süden des Landes gilt die besondere Aufmerksamkeit der Salesianer und der Don Bosco Schwestern behinderten Kindern und Jugendlichen. Sie erhalten eine Ausbildung und Hilfe zu einem selbständigen Leben.