Ein Skatepark für Straßenkinder



Skateboard fahren in Afrika? Spenden für die Errichtung eines Skateboardparks für Straßenkinder? Wer an Entwicklungsprojekte Afrika denkt, der denkt an Ernährungsprogramme und Medikamentenlieferungen, an Schulmaterialien oder Brunnenbohrungen – und unterschätzt, was Skateboarden für Straßenkinder bedeutet!

 

Straßenkinder sind ausgegrenzt. Sie haben oftmals nur ein geringes Selbstwertgefühl. Skateboarden ist ein pädagogisches Vehikel, um Straßenkinder für eine soziale und schulische Reintegration zu motivieren. Neben der sozialen und natürlich körperlichen Förderwirkung des Sports, ist es gerade das unmittelbare Erfolgserlebnis, das den Jugendlichen neuen Mut gibt. Ich kann etwas- Ich kann etwas lernen, was ich vorher nicht konnte. Dem harten Leben auf der Straße, der erfahrenen Gewalt und Ablehnung, wird jugendlicher Spaß entgegengesetzt. Gleichzeitig erfordert Skaten sehr viel Disziplin – das ist die Eintrittskarte in die Schule!

 

Die Schwierigkeit in der Arbeit mit Straßenkindern besteht darin, sie für Rehabilitationsprogramme zu begeistern und dauerhaft zum Bleiben zu bewegen. Salesianerpater Alberto, der Direktor des Salesian Institute in Kapstadt, ist überzeugt: Skaten soll in das Sportprogramm aufgenommen werden. In den geplanten Skate-Workshops werden nicht nur sportliche Herausforderungen gesucht sondern vor allem auch Werte und Regeln vermittelt. Jedem Jugendlichen wird außerdem die Möglichkeit geboten sich sein eigenes Skateboard zu verdienen. Der Bau des Skateparks wird das Straßenkinderzentrum der Salesianer noch attraktiver machen und mehr Jugendliche motivieren, hier einen Neuanfang zu wagen.

 

Kooperation mit anderen Kinderhilfsorganisationen

Drei professionelle Organisationen arbeiten bei diesem Projekt Hand in Hand, um ihre jeweiligen Kompetenzen bestmöglich für ein gemeinsames Ziel einzusetzen: Den Straßenkindern Kapstadts eine bessere Zukunft zu bereiten.

 

Das Salesian Institute mitten im Zentrum Kapstadts, ist Anlaufstelle für ca. 800 Straßenkinder. Auf dem Gelände des umfangreichen Sozialprogramms (mehr Infos) wird der neue Skatepark entstehen. Mit dem Projekt soll ein weiteres Angebot geschaffen werden, um den Auftrag der Salesianer – sich der Erziehung und Reintegration bedürftiger Jugendlicher anzunehmen – auszubauen. In den Ausbildungswerkstätten des Instituts sollen die Jugendlichen zudem in die Kunst des Rampenbauens eingewiesen werden, um folglich die Anlage selber pflegen und erweitern zu können.

 

Die NGO MylifE (www.mylife.org.za), die ebenfalls in Kapstadt eine Einrichtung für Straßenkinder unterhält, verfügt schon über Erfahrungen mit Skate-Projekten. Die Salesianer und MylifE sind eine Kooperation zum eingegangen, denn um ein flächendeckendes Hilfsnetzwerk aufzubauen, bedarf es großer Ressourcen. Gemeinsam werden bereits andere sportliche und musikalische Programme organisiert.

Die deutsche Titus Dittmann Stiftung „skate-aid“ (www.skate-aid.org) stellt technisches Know-How für den Rampenbau zur Verfügung, verschickt Skateboards und Schutzkleidung und sorgt für Trainer, die die Leitung der Workshops übernehmen. Unter den Straßenkindern sollen Trainer ausgebildet werden, damit diese ihr Wissen an andere weitergeben können.

Gemeinsam wird so über die WM hinaus den Straßenkindern Kapstadts eine Perspektive gegeben und ihnen ihr Selbstwertgefühl zurück gegeben.

 

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Sport und Entwicklung

In vielen Don Bosco Projekten wird gezielt der Sport eingesetzt, um Jugendliche für Sozialangebote zu gewinnen. Klassisch ist Fußball - Schon Johannes Bosco spielte 1860 mit den Straßenjugendlichen in Turin gemeinsam Fußball, um Vertrauen zu ihnen aufzubauen. In Indien setzen die Sozialarbeiter gezielt Yoga ein, in Kambodscha spielen die Salesianer mit körperbehinderten Jugendlichen Volleyball.

Skaten kann man auch in einigen deutschen Don Bosco Einrichtungen, zum Beispiel in der Villa Lampe in Heiligenstadt oder im Jugendhaus in Jünkerath.

 

 





Video: Zur Situation von Straßenkindern in Kapstadt