25 junge Freiwillige ziehen „Weltwärts“
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Feierlicher Gottesdienst bei Don Bosco Mission
Beim irischen Segenslied standen einigen Eltern in der vollen Kirche St. Winfried am Ende doch die Tränen in den Augen. Gemeinsam mit ihren Verwandten feierten die 25 jungen Freiwilligen aus ganz Deutschland in einem Gottesdienst ihre bevorstehende Ausreise.
Acht Monate hatten sich die jungen Menschen auf ihren einjährigen Auslandsdienst vorbereitet. In Indien, Sambia, Argentinien, Ecuador, Albanien, Kambodscha u.a., werden sie ein Jahr lang in Don Bosco Jugendhilfeprojekten mitarbeiten. Als Betreuer für Straßenkinder, als Englischlehrer, als Jugendgruppenleiter und als Freund werden sie auf deutsche Bequemlichkeiten verzichten und in einem Entwicklungsland leben.
Zum Beispiel Konstantin aus Geldern. Nach drei Jahren Spanischunterricht in der Schule wird der neunzehnjährige nun in Bolivien sein Glück versuchen. „Ich weiß natürlich, dass ich in einem Jahr nicht die Welt verändern kann. Aber ich möchte zumindest im Kleinen versuchen, meinen Beitrag zum Zusammenwachsen der Einen Welt zu leisten.“ meint Konstantin, der in seiner Freizeit politisch aktiv ist. Rene aus Kerpen Buir hingegen wurde von einem Freund mit der Auslandsidee angesteckt. Der kam nach einem Jahr Elfenbeinküste voller spannender Geschichten über Afrika zurück. Noch überlegt der Kerpener nach seinem Aufenthalt im südlichen Afrika ein naturwissenschaftliches Studium zu beginnen. Rene: „Vielleicht macht mir die Arbeit auch so viel Spaß, dass ich am Ende doch etwas Soziales studiere. So ein Jahr kann viel verändern.“ Erfahrung in der Jugendarbeit hat Rene zu Genüge. Seit Jahren ist er als Messdiener in seiner Gemeinde aktiv und hat den Ausreisetermin extra nach hinten verschoben, um noch ein Zeltlager im Emsland zu organisieren.
Don Bosco Bonn schickt seit vielen Jahren Freiwillige in die ganze Welt. „Don Bosco lebt vom internationalen Austausch“ so der Leiter der Bonner Hilfsorganisationen Don Bosco Mission und JUGEND DRITTE WELT Jean Paul Muller. Der Salesianerbruder ist selber aus Luxemburg, seine Bonner Mitbrüder sind aus Vietnam, Polen und der Slowakei. „Gerade für junge Menschen ist der Blick über den eigenen Tellerrand eine essentielle Bereicherung. Und die besten Lehrmeister fürs Leben sind die Kinder vor Ort. Von ihnen kann man sehr viel Lebenspraktisches lernen.“
Tobias (24) aus Berlin freut sich auf den „Kulturschock“. Er hat sich bewusst für Indien entschieden und freut sich auf die kulturellen Herausforderungen. Er hat erst mal seinen Bachelor als Landschaftsarchitekt gemacht, bevor er sich in Bonn bewarb.
Voneinander lernen sei das Ziel des Freiwilligendienstes heißt es auch aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), das die Entsendung mit dem „Weltwärts“ Programm finanziell unterstützt. Doch mitten in der Vorbereitung kürzte der Minister den Etat. „Eine ausgesprochen heikle Situation für uns,“ so Bruder Jean Paul Muller. „ Wir hätten ja schlecht losen können, wer aus der Gruppe nun fahren kann und wer nicht. Mitten im Abitur können wir den jungen Menschen doch nicht ihre Zukunftspläne kaputt machen. Für eine gute Vor- und Nachbereitung des Einsatzes sind wir auf verbindliche Zusagen seitens des Ministeriums angewiesen." Schließlich kam doch Entwarnung, alle Don Bosco Einsätze im Jahr 2011 seien gesichert. Doch die Unsicherheit für das nächste Jahr bleibt bestehen. Unvorstellbar, findet Lena den Rückzug des Ministeriums. Die Bergisch Gladbacherin hat sogar Spanisch ins Abitur gewählt und extra Nachhilfestunden in Kauf genommen, um ihren großen Traum in Bolivien zu verwirklichen. „Mich kann jetzt niemand mehr aufhalten,“ lacht sie.
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25 junge Menschen können mit Don Bosco jedes Jahr in eines der 132 Länder gehen, in denen der Orden der Salesianer aktiv ist. Bewerbungsschluss für eine Ausreise 2011 ist der 30. September 2010. Mehr Informationen unter: http://www.donboscovolunteers.de/